Heroes of Newerth Beta Test


DotA fom another mother - Heroes of Newerth

DotA fom another mother – Heroes of Newerth

Heroes of Newerth ist DotA. Es ist kein DotA-like wie League of Legends oder Demigod. Es macht keine Anleihen am Spielkonzept des beliebten WC3-Mods. Es kopiert nicht die Idee, 10 Spieler in 2 Teams gegeneinander antreten zu lassen, die jeweils einen Helden wählen und versuchen die jeweils gegnerische Basis zu zerstören. Heroes of Newerth *ist* DotA, alle Unterschiede sind im Moment rein kosmetischer Natur, was einen Vergleich sehr vereinfacht.

Das Konzept von DotA und damit auch HoN ist es, im Team die Geschicke eines Gefechts in einer Fantasiewelt zu lenken. Zwei Basen liegen an gegenüberliegenden Seiten eines recht kleinen Schlachtfeldes. Die Verteidigung der Städte in Form von Türmen entlang der Hauptwege und die in regelmäßigen Abständen auf den Weg geschickten Einheiten sind automatisiert. Die Spieler können sich somit komplett auf Ihre Spielfigur, einen von über 80 (bei HoN weniger) Helden, konzentrieren, sie ausrüsten und trainieren und sich mit gegnerischen Helden duellieren. Im Prinzip gewinnt das Team, welches als erstes das Hauptgebäude der Gegenseite zerstört. Doch grundverschiedene Helden mit den verschiedensten Fähigkeiten und Eigenschaften und mehrere Dutzend Ausrüstungsgegenstände sorgen dafür, dass das Spiel auch nach dem hundertsten Durchlauf spannend bleibt. DotA ist nicht umsonst neben Counterstrike der erfolgreichste Mod eines PC-Spiels überhaupt und hat weltweit hundert Tausende Fans und – ebenfalls wie Counterstrike – das in die Jahre gekommene Grundspiel Warcraft 3 längst weit hinter sich gelassen. Heroes of Newerth versucht nun, die Trennung komplett zu machen, indem es den Spielern eine komplett neue Plattform gibt.

Der Hersteller S2 hat bereits einiges an Erfahrung im Bereich Actionstrategiespiele. Von hier kommen die Titel Savage und Savage 2, enorm beliebte Spiele mit einem Mix aus 3rd-Person-Action und Echtzeitstrategie. Mittlerweile hat S2 Games beide Spiele kostenlos spielbar gemacht, ein interessanter Schritt, der vor allem beim ersten Teil für einen enormen Anstieg an Spielerzahlen gesorgt hat. Beim zweiten Teil besteht die Möglichkeit, für rund $10 einige Funktionen freizuschalten, die Standardbenutzern verwehrt bleiben, wie beispielsweise das Spiel als ein mächtiger Hellbourne Dämon.

Heroes of Newerth ist trotz der deutlichen Unterschiede im Spielablauf in der selben Spielwelt angesiedelt wie die beiden Savage Spiele, und hier besteht auch der größte Unterschied zum Vorbild DotA. Letzteres baut zum Teil auf der Warcraft-Welt von Blizzard auf. Auch gestalterisch basiert DotA auf den Modellen der Warcraft-Welt, meiner Meinung nach eine der größten Stärken der Plattform und zugleich eine der größten Schwächen von HoN.

Technisch ist Heroes of Newerth DotA eine Generation voraus, die Modelle und Landschaften sind deutlich detaillierter als beim WC3-Mod. Die Spezialeffekte sind teilweise wirklich erstaunlich gut gelungen. Das Design hingegen wird vor allem durch größtenteils seelenlose Figuren und eine schlechte Übersichtlichkeit heruntergezogen. Es ist im Getümmel auch wegen der teils überbordenden Effekte und den einheitlich in Erdtönen gehaltenen Helden, anderen Einheiten und der Umgebung schwierig, die Kontrolle zu behalten.

Das Sounddesign ist zunächst deutlich dem Savage-Erbe entlehnt, allerdings ist das Spiel auch noch in der Betaphase, hier kann sich also durchaus etwas ändern, vor allem da häufiger die Hintergrundmusik komplett ausfällt. Sounds und der Ansager profitieren deutlich davon, dass das Spiel von Grund auf neu entwickelt werden konnte, und die deutschen Sprecher die Blizzard für Warcraft 3 angeheuert hat übertrifft S2 Games mit Leichtigkeit.

Sehr nah an das Vorbild hält sich HoN in Bezug auf das Balancing. Nahezu alle Helden und die komplette Originalkarte sind 1:1 übernommen. Das betrifft sowohl Fähigkeiten und Eigenschaften der Einheiten als auch Dinge wie Aggressivität, Wirkung verschiedener Effekte und so weiter. Augenscheinlich wollte man zu Beginn keine großen Risiken eingehen, mit weniger als einem halben Dutzend eigenen Charakteren enttäuscht S2 in punkto Innovation zunächst. Aber die neue Plattform bietet 2 Features, die DotA so nicht hat und die das Spielerlebnis grundlegend beeinflussen – nicht zuletzt eine native Unterstützung für Linux.

Ein enormes Problem beim Original DotA ist die Teambalance. Verlässt ein Spieler frustriert das Match, weil er mehrfach kalt gestellt wurde, steht sein Team mit einem Helden weniger da, der im weiteren Verlauf schmerzlich fehlt. Seit Neuestem gibt es zwar die Möglichkeit, Spieler zwischen Teams zu tauschen, dies führt aber auf andere Weise wieder zu einseitigen Nachteilen. Ein Nachrücken eines anderen Spielers ist nicht vorgesehen und der Vorsprung des Gegners ohnehin schwer einzuholen. HoN begegnet dieser Problematik geschickt, indem es bei Verbindungsverlusten anbietet, innerhalb einer mehrere Minuten währenden Karenzzeit wieder einzusteigen. Wer dies nicht tut, wird als “leaver” gebrandmarkt und kann damit automatisch von Spielen ausgeschlossen werden. Diese Vorgehensweise ist gegenüber DotA wesentlich stringenter und erlaubt so eine gezieltere Bestrafung unsportlichen Verhaltens.

Nicht neu aber sicherlich wesentlich prominenter als bei DotA ist die Möglichkeit, neben der altbekannten (aber nach wie vor beliebten) Originalkarte weitere Varianten zu spielen. Während meines Tests habe ich jeweils eine Version einer 1-, 2- und 3-lane Karte gesehen, die alle sehr unterschiedliche Spielweisen bedingen: je weniger Lanes, desto häufiger sind Feindkontakte und desto temporeicher läuft das Match. War ich nach meinem ersten Eindruck des Spiels auf der Originalkarte vor allem aufgrund des langweiligen Designs eher enttäuscht, bin ich mittlerweile der festen Überzeugung, dass Variationen im Kartenlayout die Killerfunktion von Heroes of Newerth sein könnte.

Technisch macht Heroes of Newerth einen guten Eindruck, und auch spielerisch ist dank des Erbes von DotA Spaß Programm. Leider ist es unwahrscheinlich, das S2 Games bis zum Release nochmal das ganze Design umwirft, denn die Grafik ist zwar technisch gut aber gestalterisch enttäuschend. Es bleibt abzuwarten, wie HoN von der DotA-Gemeinde aufgenommen wird. Ich für meinen Teil schaue gelegentlich mal rein, wenn es die Zeit erlaubt, einen permanten Umstieg kann ich mir im Moment aber nicht vorstellen. Schon allein weil die Techies fehlen :D

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  1. #1 by Chris at 14. Februar 2010

    Sehr guter Artikel, wundert mich, dass es noch keine Kommentare gibt. Du hast die Vorteile sehr gut beschrieben, HoN wird auf lange Sicht einfach besser sein.

  2. #2 by Berthold Barth at 14. Februar 2010

    Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass HoN irgendwann DotA verdraengen wird. Der technologische Vorsprung nutzt HoN wenig, wenn das Design drittklassig bleibt, und da erwarte ich keinerlei Verbesserungen in absehbarer Zeit. Ich habs mittlerweile von meiner Festplatte geschmissen, waehrend WC3 nach wie vor drauf ist.

(wird nicht veröffentlicht)
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