Mario Barth riecht streng
Eigentlich ist Komik ein einfaches Business. Im Gegensatz zu Boxen oder Büroarbeit hat man nämlich nur ein Ziel: man muss die Leute vor sich zum Lachen bringen, wie, das ist zweitrangig. Mal lachen Sie, weil man sich auf der Bühne zum Affen macht, wild rumgrunzt, hüpft und blödelt. Oder singt *schauder*… Dann wieder portraitiert man einen gesellschaftlich geächteten Stereotypen, indem man mit einem fremden Dialekt oder einem Sprachfehler spricht und komische Klamotten trägt, die längst aus der Mode sind oder es nie waren. Auf höherem Niveau kritisiert man die Gesellschaft, und die Leute beginnen zu lachen, weil Sie sich selbst wiedererkennen. Die höchste Stufe ist dann die Weltpolitik, da wird dann nur noch aus Verlegenheit gelacht, denn eigentlich tut Wahrheit weh… Und dann gibt es da noch Mario Barth.
Mario Barth hat das Pferd quasi von hinten aufgezäumt, indem er zunächst die Gesellschaft kritisiert hat (womöglich hat er keinen Zugang zur Weltpolitik), dann blödelnd Konversationen mit Frauen nachäffte und schlussendlich macht er sich nun zum Affen, indem er ein und dasselbe Klischee zu Tode reitet. Ja, Mario, wir haben es verstanden. Frauen und Männer unterscheiden sich. Hast wohl auch die Bücher des Ehepaares Pease gelesen, was?
Männer/Frauenwitze, das ist alles, was sein Repertoire hergibt. Das ist an der Komikerakademie Stoff fürs erste Semester “Standup”, und ich bin sicher, dort hat er ganz gross abgeräumt.
Aber Kunst kommt von Können, nicht von Glückstreffern, sonst hiesse es womöglich Glockstreffenst. Wenn Mario Barth nicht aus dieser Devolution herauskommt und erwachsene Themen anpackt, dann kann er zwar irgendwann auch Lacher aus Verlegenheit verbuchen - diese aber nicht, weil die Zuschauer peinlich getroffen sind, sondern, weil sie sich ärgern, dass Sie so viel Kohle für die Show ausgegeben haben, und sich nun nach Kräften zu amüsieren versuchen…
Und nein, ich bin *nicht* mit ihm verwandt!
Da spricht mir aber mittlerweile jemand aus der Seele :)